Global handeln

Ab 2001 wuchs die Multiplikatoren-Wirkung über Deutschland durch Zusammenar-beit u.a. mit der ungarischen Gádor-Schule, Budapest, der usbekischen Schule Nr. 4, Buchara und der chinesischen Shude High School in Chengdu hinaus:

 

2005 lief das Klimaschutzprojekt SPICE (School Partnership to Improve the Conser-vation of Energy) zwischen der Emilie-Heyermann-Realschule und der Schule Nr. 4 in Buchara (Usbekistan) an. Träger sind die Partnerstädte Bonn und Buchara.

 

Hauptziele des Projektes sind die Einbringung der Lerninhalte Klimaschutz, Ener-gieeffizienz und der Einsatz Erneuerbarer Energien in die Lehrpläne mittelasiatischer Schulen. Die Schule Nr. 4 soll dabei beispielgebend eine Vorreiterrolle als Musterschule einnehmen.

 

Im Rahmen von gegenseitigen Besuchen entstanden Informationsblätter über Klimaschutz, sparsamen Umgang mit Energie und die Nutzung erneuerbarer Energien. Eine CD-ROM dokumentiert das deutsch-usbekische Schülerprojekt ebenso wie Internetseiten zu den Themen Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

 

Die erste Reise nach Usbekistan von EHS-Schülern fand im Oktober 2005 statt. Bei diesem Besuch wurde das Thema „Heiße Zukunft – Was geht mich das an?“ bearbeitet, Experimente zur Solar-Energie durchgeführt und die herkömmlichen Glühbirnen der usbekischen Schule durch Energiesparlampen ersetzt. Der Strombedarf für die Beleuchtung der Schule in Buchara konnte um fast 80 % gesenkt werden.

 

Der erste usbekische Gegenbesuch in Bonn erfolgte durch einen Schüleraustausch im Februar 2006. Auf dem Programm stand die Frage „Wie versorgen wir uns künftig mit Energie?“

 

Ende Oktober/Anfang November 2006 weilten erneut EHS-Schüler in Buchara, nahmen am gemeinsamen Kongress der Städte Bonn und Buchara zum Thema „Von der Energieeinsparung zur Nutzung erneuerbarer Energien“ teil und setzten das Projekt SPICE gemeinsam mit der Schule Nr. 4 aus Buchara fort. Arbeitsschwerpunkt war diesmal das Thema „Wie können wir in der Schule und zu Hause Energie einsparen?“.

 

Im März 2007 besuchten Schüler/innen der Schule Nr. 4 Bonn und leisteten hier gemeinsam mit den EHS-Schülern eine breite Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Klimaschutz, Energieeffizienz und regenerative Energien“. U.a. wurde eine Ausstellung im Bonner Stadthaus gezeigt, 10.000 Flyer zum Thema Energieeinsparung und Erneuerbare Energien verteilt, 300 Plakate aufgehängt, eine Radiosendung ausgestrahlt und zahlreiche Presseinterviews gegeben. Zusätzlich erstellten die Schüler eine CD-ROM über das SPICE-Projekt. Das SPICE-Projekt wurde am 7. März 2007 durch die usbekische Schule und durch die EHS im Ratsausschuss für Internationale Beziehungen und Lokale Agenda vorgestellt.

 

Im April 2008 ging eine von der Bonner SolarWorld AG gestiftete Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 20,95 kWp auf dem Dach der Schule Nr. 4 in Betrieb.

 

Die Schule Nr. 4 nahm gemeinsam mit der EHS an der nordrhein-westfälischen Kampagne „Agenda 21 in der Schule“ teil. Die Zertifizierung als „Agenda-21-Schulen“ durch den Umweltminister des Landes NRW fand im April 2008 unter An-wesenheit einer Delegation der usbekischen Schule statt.

 

Der Strombezug der usbekischen Schule sank durch umweltgerechtes Nutzerver-halten, durch die Umrüstung auf Energiesparlampen und durch die Solarstrom-Produktion im Vergleich zum Basisverbrauch von 50,1 MWh im Jahr 2004 stetig. Im Jahr 2008 bezog die Schule gegenüber dem Basiswert 75,3 % weniger an Strom und sparte zwischen 2005 und 2008 insgesamt 98,6 MWh Strom sowie 58,8 t des Treibhausgases CO2 ein.

 

Ende März/Anfang April 2009 richtete die EHS im Zusammenhang mit der von der UNESCO in Bonn organisierten „Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung“ eine „Vorkonferenz für die Internationale Kinder- und Jugendkonferenz für die Umwelt (Brasilien 2010)“ aus. An den vier Workshops in unserer Schule nahmen neben Dele¬gierten der Weltkonferenz auch Schüler/innen unserer Partnerschulen aus Budapest und Buchara teil.

 

Im September 2010 präsentierten Schüler beider Schulen das SPICE-Projekt gemeinsam mit der Stadt Bonn auf der EXPO in Shanghai (China) als Beispiel einer erfolgreichen städtepartnerschaftlichen Zusammenarbeit im Bereich des Klimaschutzes. Während der Ausstellung führten die beiden Schulen gemeinsam mit der chinesischen Shude High School in Chengdu und der Deutschen Schule Shanghai erfolgreich die CDHK-JugendUni 2010 der Tongji Universität Shanghai zum Thema „Auf der Spur der Energie“ durch. Unter Leitung von Hochschuldozenten wurde den „Ursachen und Folgen des Klimawandels“, der Frage „Wie versorgen wir uns künftig mit Energie?“ und dem Thema „Esskultur und Klimawandel“ nachgegangen. Die Schülergruppen erkundeten ein Passiv-Haus, Methoden der biologischen Wasserklärung, eine „Stadt der Fahrräder“, Bambus als natürliches Baumaterial und die Lebensmittelqualität von EXPO-Restaurants.

 

2009 führte unsere Schule gemeinsam mit Schüler(inne)n unserer Partnerschulen aus Budapest und Buchara die „Vorkonferenz für die Internationale Kinder- und Jugendkonferenz für die Umwelt (Brasilien 2010)“ im Rahmen der „UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Bonn durch.

 

Im März 2012 fand eine große und vielbeachtete Foto-Ausstellung der EHS über das deutsch-usbekische Klimaschutzprojekt SPICE unter dem Titel „Mehr als Augen sehen“ im Bonner Stadthaus statt, zu der u.a. der Umweltminister des Landes NRW ein Grußwort schrieb.

 

Anlässlich der UNESCO-Aktionstage „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ führte unsere Schule im September 2012 gemeinsam mit Schüler(inne)n und Lehrerinnen unseren Partnerschulen aus Ungarn und Usbekistan „Eurasische Agenda-21-Tage“ in Bonn durch. Die Schüler/innen nahmen in diesem Rahmen an den EHS-Workshops „Klimawandel/Klimaschutz – Was geht mich das an?“, „Erneuerbare Energien sind die Zukunft“ und „Mobbing? Nicht an unserer Schule!“ ebenso teil, wie an den von der Stadt Bonn im Rahmen der UNESCO-Aktionstage angebotenen Workshops „Wir kartieren den Lärm in der Bonner Innenstadt“, „Lebensmittelretter“ und „GPS-Schatzsuche in der Bonner Innenstadt“ teil.

 

Im Rahmen dieser Aktionstage zeichnete das Land NRW die EHS und ihre beiden Partnerschulen erneut als „Agenda-21-Schulen – Schulen der Zukunft“ aus.

Unsere Schule war und ist wegen ihrer Bildungsarbeit auf dem Gebiet der Nachhal-tigkeit häufig Ziel von Delegationen aus Japan, Australien, Frankreich und ande-ren Staaten. So besuchte uns zum Beispiel im Oktober 2011 eine Delegation aus der Ukraine, im November 2011 erhielten wir Besuch aus Cape Coast (Ghana) und im Juli 2012 hatten wir Gäste aus Minsk (Weißrussland).

Unser „Projektzweig „EHS und ein respektvolles Miteinander“ wurde von Schüler(inne)n auf der „Children and Youth International Conference ´Let´s take care of the planet“ im Juni 2010 in Brasilia (Brasilien) zur Diskussion gestellt.

Im Mai 2012 nahmen Schüler und eine Lehrerin der EHS in Brüssel (Belgien) an der europäischen Jugendkonferenz „Let´s take care oft he planet“ zum Thema „Umwelt- und Klimaveränderungen“ mit 80 Jugendlichen aus 14 verschiedenen europäischen Ländern teil.

 

Emilie-Heyermann-Schule

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